Schweden gewinnt den Eurovision Song Contest, Roman Lob wird Achter

Die Sängerin Loreen hat mit ihrem Song „Euphoria“ den diesjährigen Eurovision Song Contest gewonnen und setzte sich gegen 41 weitere Teilnehmerländer durch. Damit ist sie nach Charlotte Nilsson, Carola, Den Herrey und natürlich Abba die Fünfte, die die begehrte Trophäe in das skandinavische Land holt. Loreen überzeugte die Jury und die schätzungsweise mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer mit ihrem starken Ausdruckstanz und ihrem intensiven Blick. So hieß es am Ende: 372 Punkte für Schweden, darunter 18 Mal die Höchstpunktzahl von zwölf Punkten. Die Sängerin dankte nach der Siegerehrung von ganzem Herzen ihrem Team. „Euphoria“, das Ergebnis der Arbeit zahlreicher Menschen, wird wohl jetzt ein großer Radiohit werden.

Loreen, die mit bürgerlichem Namen Lorine Zineb Noka Talhaoui heißt und marokkanische Wurzeln hat, begann ihre Gesangskarriere 2004 in der Castingshow „Idol“, dem schwedischen Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“. Damals schied sie allerdings schon im Viertelfinale aus. Ihr Durchbruch gelang ihr beim Melodifestivalen, der schwedischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest, die dort über Monate viele TV-Zuschauer fesselte. Schon 2011 nahm sie beim Melodifestivalen teil, scheiterte damals aber noch. Ihr Song „My Heart Is Refusing Me“ schaffte es trotzdem in die Top Ten der schwedischen Singlecharts. Dieses Jahr wählten die Schweden sie dann zu ihrer Repräsentantin beim Eurovision Song Contest – eine gute Wahl, wie sich jetzt herausstellte. Die Single „Euphoria“ ist seit Wochen die Nummer eins in den schwedischen Charts. Auch in Finnland und Norwegen feierte Loreen mit ihr schon Erfolge. Bei den Experten galt die Dunkelhaarige schnell als Favoritin. Dieser Rolle wurde sie gestern Abend gerecht.

Ansonsten bot der Eurovision Song Contest auch dieses Jahr den gewohnten Mix aus Pop, osteuropäischer Folklore und großen Bühnenshows. Hinter Schweden sicherten sich die Darbietungen aus Russland und Serbien die Silber- und Bronzemedaille. Das Gastgeberland Aserbaidschan verpasste das Treppchen ganz knapp und landete auf dem vierten Rang. Unser deutscher Vertreter Roman Lob, der von Stefan Raab gecastet wurde, erreichte mit seinem Song „Standing Still“ einen guten achten Platz.

Davon, dass der Eurovision Song Contest dieses Mal in einem Land mit einem autoritären Regime stattfand, merkte der Zuschauer fast nichts. Noch kurz vor dem Finale waren bei Demonstrationen mehr als 60 Personen festgenommen worden. Nur die Entertainerin Anke Engelke sprach das Thema während der Live-Übertragung an. Vor der deutschen Punktevergabe und nachdem sie sich für die tolle Show bedankt hatte, sagte sie: „Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, wählen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet Dich“. Danke für diesen Mut, Anke. Auch die Siegerin Loreen hatte sich mit Oppositionellen und Menschenrechtsgruppen in Baku getroffen, was fast einen Eklat in Aserbaidschan auslöste.

Der internationale Musikwettbewerb Eurovision Song Contest  wird seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet. Teilnahmeberechtigt sind die Rundfunkanstalten aller Staaten der EBU. Seit dem Eurovision Song Contest 1957 entsenden die Rundfunkanstalten jedes teilnehmenden Landes ein Lied zum Eurovision Song Contest. Seit 2004 wird sowohl ein Halbfinale als auch ein Finale ausgetragen. Der Eurovision Song Contest findet jedes Jahr im Land des Vorjahressiegers statt. Demnach wird 2013 Schweden das Gastgeberland sein.

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