„Blasse Haut“ das Schönheitsideal in Indien

In Indien, in dem eine dunkle Haut als böses Schicksal gilt, ist für den größten Teil der Einwohner ein heller Teint wichtig. Die wenigsten Frauen in diesem Land sind mit ihrem natürlichen Hautton glücklich. So erhoffen sich viele von ihnen bei einem Besuch in einem Kosmetikstudio einen um zwei Nuancen helleren Teint. Models und Filmstars, die für viele Vorbilder sind, machen es vor.

Die Werbebranche Indiens wirbt mit Kosmetikartikeln, die eine hellere Haut und ein besseres Leben mit Karriere und einem guten Partner versprechen. Die Kosmetikserie „Fair and Lovely“ (ins Deutsche übersetzt: „Hell und Hübsch“) von Hindustan Unilever ist in dieser Gesellschaft so populär wie in Deutschland die Creme von Nivea. Neben dieser Marke, die seit 1978 auf dem Markt ist, sind aber auch zahlreiche andere indische und internationale Kosmetikartikel wie Avon und L’Oreal erhältlich. Das Geschäft mit dem hellen Teint bringt jährlich einen Umsatz von 450 Millionen und wächst zwischen 15 und 20 Prozent pro Jahr.

Die Frage ob die Serie „Fair and Lovely“ die Haut wirklich heller macht, beantwortet eine Inderin, die die Produkte seit rund 30 Jahren benutzt, lächelnd mit „nicht wirklich“. Der Generalsekretär des indischen Werberates Alan Collaco sieht in der Werbung einen Spiegel der Gesellschaft. Werbung, die Frauen mit einem helleren Teint ein besseres Leben verspricht, bezeichnet er als lächerlich.

Eine Parallele zum westlichen Streben nach Bräune sieht der Soziologe Janaki Abrahm nicht. In Indien ist dieses Phänomen mit Rassismus verbunden. Hier werden hellhäutige Kinder gegenüber ihren dunkelhäutigen Geschwistern bevorzugt.

Die Gründe für den bevorzugten helleren Teint liegen im früheren Kastensystem, in dem Blässe für die höchste Kaste stand, in der Macht und Wohlstand herrschte.

Im Gegensatz zu Cremes, die wie eine Sonnencreme wirken sind solche, die die Haut depigmentieren schädlich für die Gesundheit.

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