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Benetton wird wieder ein Familienunternehmen

Das italienische Modelabel Benetton, das immer wieder durch provokative Plakatwerbungen, wie etwa mit dem Schriftzug „HIV positiv“ bestempelte Körperstellen oder aktuell, küssende Politiker und Machthaber dieser Welt, auf sich aufmerksam macht, hat nun beschlossen, sich von der Börse zu verabschieden.

Rückzug von der Mailänder Börse
Frei gehandelte Aktien sollen wieder zurück gekauft werden. Dafür hat die Familie sich Übernahmeangebote überlegt, die in absehbarer Zeit den Minderheitsaktionären unterbreitet werden sollen. Die italienische Börsenaufsichtsbehörde Consob hat bereits einen entsprechenden Antrag erhalten um die Übernahmeangebote prüfen zu können. Erst dann kann ein Kaufangebot auf der Benetton Homepage veröffentlicht werden. Geplant ist dies für März und April diesen Jahres.
Die Minderheitsaktionäre sollen 4,60 € pro Aktie erhalten. Insgesamt sind 33% des Unternehmens im Streubesitz. Somit müsste Benetton etwa 270 Millionen Euro zahlen, um das Label wieder zu einem Familienunternehmen unter eigenständiger Führung zu machen. Freie Hand bei Unternehmensentscheidungen wäre dann wieder möglich.

Spekulationen um mögliche Beweggründe für den Börsenabgang
Die Motivation hinter dieser Entscheidung sieht eine italienische Tageszeitung in der enttäuschenden Aktienentwicklung. Um 40% ist die Aktie im letzten Jahr eingebrochen. Das Unternehmen Benetton, das bereits seit 1965 besteht und seit 1986 an der Börse notiert ist, sehe eine Divergenz zwischen dem wirklichen Gesundheitszustand des Konzerns sowie dessen Perspektiven und dem durch die Börse vermittelten Bild wie es um das Label steht.
Anders lautende Spekulationen dagegen sehen die schwächelnde Position am Markt für den wahren Grund des Börsenabgangs. Konkurrenten wie H&M und Inditex (bekannt etwa für die Kleidermarke Zara) würden Benetton das Leben schwer machen. Dafür spräche der Gewinnrückgang in 2011 von 102 Millionen auf 70 Millionen Euro.
Welche Gründe auch immer es für diese grundlegende Unternehmensveränderung gibt, geplante Verkaufsgerüchte jedoch wurden von Benetton dementiert.

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