Die erste Kollektion ohne John Galliano

Nach seiner Verurteilung und unehrenhaften Entlassung bei Dior, wurde nun die neue John Galliano Kollektion mit Herrenmode für die Saison Frühjahr/Sommer 2012 vorgestellt. Allerdings hatte der Designer auch bei seinem nach ihm benannten Label nicht das Sagen: Sein langjähriger Mitarbeiter Bill Gaytten zeichnet sich für die neuen Entwürfe verantwortlich.

Theatralisch und exzentrisch

Doch auch die rechte Hand des Designers hält am eigensinnigen Stil Gallianos fest. Unverkennbar folgen die theatralischen Designs und extravaganten Details dem Beispiel John Gallianos. Fast kostümhaft wirken die Mäntel im Stile eines Zirkusdirektors. Zylinder mit Federn und militärhafte Abzeichen dienen als exzentrische Accessoires. Das Element der Uniform zieht sich durch die gesamte Kollektion und wird immer wieder bei Jacken mit Epauletten und Medaillen aufgegriffen.

Dazu werden gemusterte Hosen und rustikale Stiefel oder flache Mokassins kombiniert. Verspielte Aufdrucke wie Pferde geben den T-Shirts einen jugendlichen Touch. Auch die Anzüge mit kurzen Hosen, schräg sitzenden Baseballkappen und Kniestrümpfen wirken sehr jungenhaft. Als Hommage an den Designer geht ein Model mit langem, blonden Haar, tief ins Gesicht gezogenem Hut und charakteristischem Bart über den Laufsteg. Auch ohne den namengebenden Galliano scheint sein Label weiter auf Kurs zu bleiben.

Der Skandal um Galliano

Mittlerweile wurde John Galliano von einem Pariser Gericht zu einer Geldstrafe und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der ehemalige Chefdesigner von Christian Dior hatte in seiner Wahlheimat Paris in betrunkenem Zustand Leute angepöbelt und antisemitische Beleidigungen geäußert. Ein Video des Vorfalls wurde daraufhin im Internet veröffentlicht. Der Designer sagte im anschließenden Prozess aus, dass er unter enormen Erfolgsdruck im Beruf gestanden habe. Auch zunehmender Alkohol- und Tablettenmissbrauch seien Ursachen des Ausbruches gewesen. Dior suspendierte den Designer aufgrund des Vorfalles und trennte sich schließlich ganz von ihm. Auch viele prominente Fürsprecher distanzierten sich nach dem Skandal von dem Designer.

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