Ein strenger, minimalistischer Stil ohne Schnörkel, eine Schlichtheit, die als geradezu betontes Understatement bezeichnet werden kann. Das ist die Linie, mit der Jil Sander berühmt geworden ist. Sie steht in der Modewelt für zeitlos elegante Entwürfe, insbesondere Hosenanzüge, deren zurückhaltende Erscheinung besonders als Business-Mode für Managerinnen geschätzt wird. Die Farben sind stets von schlichter Eleganz, es dominieren beige, dunkelblau, schwarz, weiß, grau und braun. Fast alle Stücke von Jil Sander lassen sich gut mit anderen Teilen kombinieren. Es kommen stets nur beste Materialien zum Einsatz, daher auch der Spitzname „Queen of Cashmere“.

Jil Sander wurde 1943 in Dithmarschen geboren und wuchs in Hamburg auf. In Krefeld studierte sie Textilingenieur und verbrachte zwei Jahre in Los Angeles, bevor sie als Moderedakteurin für Frauenmagazine arbeitete. Sie schrieb unter anderem für die Zeitschriften „Petra“ und „Constanze“. Im Hamburger Stadtteil Pöseldorf eröffnete sie 1967die erste eigene Boutique. Anfangs gab es dort nicht nur ihre eigenen Entwürfe, sondern auch Kollektionen namhafter französischer Designer.

Erst Mitte der Siebziger Jahre gelang der eigenen Marke „Jil Sander“ der Durchbruch. Dabei half besonders der von ihr kreierte „Zwiebel-Look“. Neben der Bekleidungslinie kam die Kosmetikserie „Jil Sander Woman Pure“ hinzu. Sie selbst warb mit ihrem eigenen Bild erfolgreich dafür. Viele Flakons und Verpackungen wurden vom renommierten Hamburger Designer Peter Schmidt entworfen. Taschen, Schuhe, Brillen und Accessoires kamen hinzu. 1989 wurde die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Jil Sander ging an die Börse. In den Metropolen New York, Paris und London konnte sie mit eigenen Shops Fuß fassen. In den Neunzigern erweiterte sich das Angebot um eine Herrenkollektion.

Die Modegruppe „Prada“ erwarb 1999 einen 75-prozentigen Anteil der Jil Sander Aktien und damit die Mehrheit. Jil Sander trat daraufhin als Vorstandsvorsitzende zurück. Später kehrte sie als Design-Chefin zurück und war wiederum sehr erfolgreich. 2006 wurde das Unternehmen von Prada an den britischen Investor „Change Capital Partners“ weiter veräußert.

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