Unter Modekennern galt er als einer der ganz Großen. Yves Saint Laurent konnte sich in seiner aktiven Schaffensperiode zwischen 1953 und 2002 stets höchster Aufmerksamkeit sicher sein, wenn er seine neuen Kreationen über den Catwalk schickte. Er gehörte zu den glamourösen Persönlichkeiten der Modewelt, wurde mit eleganter Weiblichkeit assoziiert, wenngleich seine Kreation eines Hosenanzuges im Jahr 1967 noch als sehr emanzipatorisch verstanden wurde. So etwas fiel auf in einer Zeit, als Frauen noch überwiegend Röcke trugen.

Yves Henri Donat Mathieu Saint-Laurent, so sein voller Name, kam 1936 in Algerien zur Welt. Er wuchs dort in Oran auf und hatte zwei jüngere Schwestern. Sein Interesse für Kleidung wurde durch das Theater geweckt. Die Bühnenkostüme hatten es ihm angetan. Schon als Kind zeichnete er erste eigene Entwürfe und studierte französische Modemagazine seiner Mutter. Mit 17 Jahren begann er in Paris eine Ausbildung zum Modezeichner und gewann bald erste Preise mit seinen Entwürfen. Das Magazin „Vogue“ veröffentlichte seine Zeichnungen und so weckte er das Interesse von Christian Dior, bei dem er bis zu dessen Tod arbeitete. Dort setzte er entscheidende Akzente. Seine Kollektion „Ligne Trapèze“ und seine „Op-Art-Mode“ gelten als wesentliche modische Impulse der damaligen Zeit. Mit Chiffonstoffen kreierte er den „Nude-Look“, was als anstößig empfunden wurde. Auch die Begriffe „Schiwago-Look“ und „Beatnik-Look“ werden mit ihm assoziiert. Auch der Haute Couture Smoking für Damen geht auf ihn zurück.

Mit seinem Partner Pierre Bergé gründete er 1961 ein eigenes Modehaus. „Yves Saint Laurent Couture“ erlangte Weltruhm, das Markenzeichen „YSL“ ist rund um den Globus bekannt. Starmodels wie Naomi Campbell, Jerry Hall und Laetitia Casta verhalfen der Marke zu Weltruhm. 1985 erhielt Yves Saint Laurent den „Oscar de la mode“, der in der Modewelt ebenso bedeutend ist, wie der Oscar für die Filmbranche. Mit der Linie „Rive Gauche“ wurde die anspruchsvolle Mode breiteren Kreisen zugänglich, ohne gleich ein Vermögen zu kosten. Auch das YSL-Parfüm „Opium“ wurde ein Riesenerfolg. 1999 stieg Gucci bei YSL ein. 2002 zog sich Yves Saint Laurent nach fast 50 Jahren kreativen Schaffens aus dem aktiven Geschäft zurück und lebte abwechselnd in Marrakesch, in Deauville und in Paris. 2008 starb er in Paris an einem Hirntumor.

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