„Kennen Sie Zaras schmutziges Geheimnis?“

Modekonzern Zara lenkt ein: Nachdem Greenpeace in den vergangenen Tagen mit weltweiten Protestaktionen auf bedenkliche Umweltgifte in Textilien der beliebten Modekette aufmerksam und zum konsequenten Umdenken aufgerufen hatte, erklärte Zara nun öffentlich, man wolle bis 2020 alle Schadstoffe aus der Produktion verbannen.

Foto: Dörthe Hagenguth / Greenpeace

Untersuchungen hatten gezeigt, dass nicht allein bei Marken wie H&M, C&A oder Nike der Verzicht auf umweltschädigende Produktion längst überfällig war. In einer Jeans der Marke Zara waren krebserregende Stoffe enthalten; weitere Kleidungsstücke der selben Testreihe wiesen Spuren von giftigen und hormonell wirksamen Stoffen wie Nonylphenolen auf. Für Greenpeace ist die positive Reaktion des umsatzstärksten Textileinzelhändlers auf die Detox-Kampagne ein großer Erfolg.  Über Facebook und Twitter konnten die Umweltaktivisten mehr als 322.000 Menschen mobilisieren, um aktiv Maßnahmen gegen die unlauteren Prozesse in der Produktion von Zara-Kleidung zu ergreifen. Außerdem wurde allein in Deutschland in knapp zwei Dutzend Städten mit überdimensionalen Transparenten („Detox now!“) und Spray-Aktionen gegen die Duldung von belastenden Stoffen in der Kleidung protestiert.

Modekonzerne: Eine lange Geschichte von Umweltsünden
Greenpeace, eine der weltweit größten und erfolgreichsten Umweltschutzorganisationen, wies in der Vergangenheit wiederholt auf das Problem von schadstoffhaltiger Bekleidung hin. Im Rahmen einer groß angelegten, arbeits- und zeitintensiven Kampagne mit dem Titel „Giftige Garne“ konnte Greenpeace mittels diverser Labortests eine nicht unwesentliche Menge an potenziell gesundheitsschädlichen Chemikalien in Kleidungsstücken beliebter Filialisten nachweisen. Konventionelle Mode wird, im Gegensatz zu ökologisch zertifizierter Kleidung, unter fragwürdigen Bedingungen vorwiegend in Dritte-Welt-Ländern Ostasiens, Indiens und Südamerikas hergestellt, wo vor allem aufgrund mangelnder Wahrung von Umweltstandards toxische Stoffe auf dem Produktionsweg in die Textilien gelangen können. Greenpeace wird, auch nach den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit, dieses Thema auch in Zukunft nicht auf sich beruhen lassen können. Labels, die schädliche Stoffe einsetzen, müssen über kurz oder lang einsehen, dass es durchaus lohnende Alternativen zur konventionellen Produktion gibt.

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