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Germany’s next Topmodel – Alle wollen vor die Kamera

Zu Zeiten unserer Großeltern galt Modeln noch als etwas Unseriöses, wurde als leicht anrüchig empfunden. Die Zurschaustellung der eigenen Person entbehrte jeglicher vornehmen Zurückhaltung. Vor der Kamera zu posieren, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, das wurde nicht als richtige Arbeit anerkannt und in einem Atemzug, gemeinsam mit Gauklern und Zirkusartisten, als „Fahrendes Volk“ bezeichnet.

Wie haben sich die Zeiten geändert: Mittlerweile gibt es kaum einen begehrteren Job. Models werden bewundert, gelten unter Jugendlichen als Top-Vorbilder. Manche erhalten schon sehr jung ihre Chance, oft parallel zur Schule.

Klassisch von Model-Scouts entdeckt zu werden, darauf mag heute kaum mehr jemand warten. Die meisten nehmen ihr Glück selbst in die Hand. Die meisten überschätzen sich, aber es gibt auch Schüchterne, die zum ersten Casting eingeladen worden sind, weil Freunde oder Familienmitglieder ein Foto ohne ihr Wissen eingeschickt haben, um ihnen auf die Sprünge zu helfen.

Pro Sieben hat auf den Trend reagiert und mit „Germany’s next Topmodel“, kurz GNTM,  ein Unterhaltungsformat entwickelt, dass Jugendliche voll anspricht. Nicht zuletzt, weil an Aufwand und Personal nicht gespart wird. Das beginnt schon mit Heidi Klum. Sie gilt seit Jahren als erfolgreichstes deutsches Model auf internationaler Bühne. Und mittlerweile hat sie so viel Erfahrung gesammelt, dass sie ein Näschen dafür hat, welche Nachwuchskräfte es bis ganz nach oben schaffen können. Ihre Tipps sind begehrt. Wer vor ihren Augen bestehen kann, hat gute Chancen, in der Branche Fuß zu fassen.

Damit es nicht langweilig wird, denken sich die Macher immer wieder neue Aufgaben und Umfelder aus, in denen die Kandidatinnen ihr Können beweisen müssen. Eleganz und Sportlichkeit: Zu den Standards gehört es selbstverständlich, dass man in Bademode, Jeans, Dessous wie auch im Abendkleid eine gute Figur machen muss. Damit Spannung in die Sache kommt, gibt es zusätzlich weniger alltägliche Motive: Mal ist es eine Kissenschlacht, mal müssen die Damen mit einem jungen Schimpansen vor die Kamera und darauf achten, dass beide dabei gut aussehen. Und auch das Wechselspiel mit dem anderen Geschlecht muss natürlich gut rüberkommen. Bis hin zum echten Filmkuss. Auch der wird nämlich in der Praxis manchmal verlangt. Bei der Konfrontation mit neuen Sportarten zeigt sich, wie gut sich die Mädchen auf plötzliche Herausforderungen einstellen können.

Um das Niveau der Sendung hoch zu halten, läßt sich Pro Sieben nicht lumpen: Exotische Ziele, Top-Fotografen und bestes Equipment sind Standard. So wurde unter anderem Profi Ellen von Unwerth verpflichtet, um die Mädels abzulichten. Eine Starfotografin, in deren Objektiv selbst gut beschäftigte Berufsmodels nicht alle Tage blicken dürfen. Ellen von Unwerth ist berühmt für ihre erotischen Aufnahmen. Sie hat schon viele Topstars wie zum Beispiel Madonna oder Claudia Schiffer ins Bild gesetzt.

Dass Models keine universellen Superwesen sind, merkt der Zuschauer schnell. Da geht es zu wie im wirklichen Leben. Es wird gezickt, gemobt, geweint und gejubelt. Manche mögen einander, andere können sich nicht riechen. Und gerade weil diese menschlichen Komponenten durch all den Glamour hindurchschimmern, gewinnt die Sendung an Unterhaltungswert. Models sind eben auch nur Menschen, ganz wie du und ich. Sie sehen nur ein wenig besser aus.

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