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Der Reißverschluss – eine Erfolgsgeschichte!

Es ist schon lästig, wenn man an einem Kleidungsstück ungezählte Knebel oder Knöpfe öffnen oder schließen muss. Ebenso ist das Schnüren mit langen Bändern eine mühsame Angelegenheit, die viel Geduld braucht. Man kann sich vorstellen, wie häufig unsere Vorfahren beim Ankleiden über diese zeitraubenden Handgriffe geflucht haben. Da haben wir es heute leichter. Ritsch, ratsch, schon sind die Klamotten zu und wieder geöffnet.

Gleitende Klemmverschlüsse wurden zwar von mehreren Erfindern entwickelt und zum Teil auch patentiert, als Erfinder des Reißverschlusses in seiner heutigen Form gilt aber Whitcomb Judson. Er hatte dabei vor allem an den Einsatz zum Schließen von Stiefeln und Schuhen gedacht. Seinen „clasp locker“ meldete er 1892 in Chicago zum Patent an. 1893 gehörte diese Erfindung bereits zu den Hauptattraktionen der „Chicago World’s Fair“, der großen Weltausstellung.

Judson’s Schwiegersohn, der schwedische Einwanderer Gideon Sundbäck verbesserte die Gestaltung und damit auch die Zuverlässigkeit und schuf die Voraussetzungen für eine Serienfertigung. Wie so viele Neuheiten, bestand der Reißverschluss seinen Härtetest zunächst als Armeeausrüstung. Man setzte ihn erfolgreich bei wetterfesten Marineanzügen und Fliegerkombis im Ersten Weltkrieg ein.

In Europa begann der Industrielle Martin Othmar Winterhalter aus St. Gallen mit der ersten serienmäßigen Reißverschlussproduktion. Seine Reißverschlussfabrik, die Firma „RiRi“, gründete er in den Zwanzigern in der deutschen Stadt Wuppertal.

Nach der Erfindung dauerte es aber noch Jahrzehnte, bis sich der Reißverschluss  allgemein etablierte. Er galt anfangs als unelegant, war noch nicht zierlich genug, um in Kleidungsstücke integriert werden zu können. Das Metall rostete leicht. Erst in den fünfziger Jahren begann man, Reißverschlüsse in großer Stückzahl für Kleidungsstücke zu verwenden. Pflegeleichte Varianten aus Kunststoff hatten daran entscheidenden Anteil. Hollywood galt modisch als tonangebend. Nachdem Filmschauspieler häufiger Kleidungsstücke mit Reißverschlüssen getragen hatten, wurden diese auch in der breiten Öffentlichkeit akzeptiert.

Heute finden wir den Reißverschluss nicht nur bei Kleidungsstücken, sondern auch an Schuhen, Gepäck und bei Zelten, sogar zum Reffen von Segeln werden großformatige Reißverschlüsse in Segeltuch eingenäht.

Was tun, wenn’s hakt? Es gibt einige Tricks: Durch vorsichtiges Ausbürsten kann man kleine Schmutzpartikel zwischen den einzelnen Zähnen entfernen. Für leichtere Gängigkeit empfehlen Profis, beim Waschen den Reißverschluss stets zu schließen. Um Kunststoffreißverschlüsse wieder flott zu bekommen hilft das Einsprühen mit Silikonspray. Das imprägniert gleichzeitig gegen Feuchtigkeit. Bei Metallreißverschlüssen hilft Graphit oder Öl. In einigen Fällen kann mit Wachs eine Besserung erzielt werden.

Fällt ein Reißverschluss ganz aus, liegt das oft am Schieber, dem so genannten Zipper.  Hier kommt es gelegentlich zu Ermüdungsbrüchen. Sind die Zähne beiderseits intakt, kann der Austausch gegen einen Ersatz-Zipper genügen; es muss dann nicht gleich der gesamte Reißverschluss ausgewechselt werden.

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