Gewissenskonflikt: Pelz

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Ewiges Streitthema Nummer 1 in der Mode: der Pelz

In den letzten Jahren hat sich ganz still und leise ein Modetrend in unsere Läden geschlichen, der schon seit langer Zeit als besiegt galt: Die Pelzmode. Es ist schon einige Jahrzehnte her das wieder so viele Tierfelle verarbeitet wurden, wie in den jetzigen vergangenen Winterkollektionen. Von Prada bis zu Patrizia Pepe. Pelz ist wieder In.
Der schlechten Ruf den Pelz noch in den sechziger und siebziger Jahre hatte, scheint der Vergangenheit anzugehören. Vorbei das Bild des protzig  muffigen Mantels, der vorwiegend an älteren, steinreichen Frauen zu sehen war. Pelze zeigen sich jetzt von einer sehr viel jüngeren und vor allem coolen Seite. Da gibt es superkuscheligen Kojotenflausch an Woolrich-Mänteln, wärmende Zobelwesten und sogar ganze Mäntel aus Nerz.

Pelz ist wieder modern
Aber warum dieses plötzliche Come-back? Haben wir inzwischen vergessen aus was das, zugegeben sehr weiche und super warme, Material besteht?  Erinnern wir uns nicht mehr an all die blutigen PETA Proteste und Aktivisten, die es mit viel Mut und Engagement endlich geschafft hatten, den Anteil an Tierfellen, sowohl in der Prêt á porter als auch der Haute Couture deutlich sinken zu lassen?
Vieles hängt sicher mit dem, nun schon seit Jahren andauerndem, Vintage-Trend zusammen. Alles Vergangene wird plötzlich wieder ausgekramt und man spielt mit den Key-Pieces aus vergangenen Jahrzehnten. Darum holen sich waschechte Fashionistas ihre Pelzmäntel auch schon lange nicht mehr neu aus dem Laden bei Prada oder Gucci, sondern aus dem Kleiderschrank der Oma oder aus tausenden Second Hand Läden, die es mittlerweile überall zu geben scheint. So ein Pelzmantel im Schrank hat fast schon wieder den Stempel eines Statussymbols zurück gewonnen. Ein Statussymbol, das man heutzutage teilweise auf bis zu 20 Euro auf  Flohmärkten herunter handeln kann. Die Frage dabei: sind es nicht auch gerade solche Fund-und Erbstücke, die ein Kleidungsstück wertvoll machen? Und vor allem auch einzigartig, denn mittlerweile sind sie die meisten Mäntel schon lange aus der Produktion genommen worden. Eigentlich kauft man jetzt die Restbestände auf. Aber ist das in Ordnung?

Kompromisse finden mit dem Pelz-Trend?
Schnell kommt die Frage auf, ob man sich bei dem Kauf, von etwas das schon offensichtlich mehrere Jahre alt ist und gar nicht mehr hergestellt wird, schlecht fühlen muss? Ist es nicht so, dass für den gerade erworbenen Mantel, kein neuer nachproduziert wird und damit auch in der Zukunft kein Tier mehr dafür leiden muss? Oder ist das vielleicht eine zu einfache Sichtweise?
In unserer heute so modernen und nachhaltig orientierten Gesellschaft wollen wahrscheinlich die wenigsten von uns noch wirklich die Pelzindustrie mit ihren grausamen Methoden unterstützen. Vintage erscheint darum auf den ersten Blick durchaus als ein gelungener Kompromiss.
Auf der anderen Seite ist es aber auch so das man allein mit dem Tragen von Pelz, ob gebraucht oder nicht, ganz offensichtlich ein Statement in der Öffentlichkeit setzt und einen Trend zu unterstützt, der das Töten und Quälen von Tieren nur um ihrer Haut willen gut heißt.
Allerdings sind auch die meisten unserer Schuhe, Gürtel und Taschen ebenfalls aus Tierhaut. Und all diese Accessoires werden ohne Bedenken getragen und sogar immer wieder dem Kunstleder vorgezogen. Und dann ist da auch noch die Geschichte mit dem Webpelz, dem sogenannten Fake-Fur. An sich, erscheint zumindest dieser für viele Leute die perfekte Alternative zum Echtpelz und gerade mit dem neuen Pelztrend verdienen viele Modefirmen mit diesem unechten Fell sehr viel Geld. Fake-Fur geht für die Tierschützer in Ordnung. Das großer Aber allerdings bleibt: Kunstpelz ist nicht recyclebar , so gut wie unverwüstlich und damit als schwer abbaubares Produkt extrem schlecht für unsere Umwelt. Selbst mit einem Imitat kann man es also nicht allen recht machen. Einziger Ausweg aus der Misere wäre: völlig auf Pelz, ob echt oder nicht zu verzichten.

Das ewige Streitthema
Sicher ist aber : Die Menschen, die Pelz tragen möchten, werden auch weiterhin Pelz tragen. Und die Menschen, die Pelz aus moralischen Gründen ablehnen, werden es auch weiterhin tun. Wer mit einer Fuchsstola auf der Arbeit auftaucht Büro, wird mit Sicherheit von einem oder zwei Kollegen gehörige Angriffe über sich ergehen lassen müssen. Letztlich jedoch bleibt es dem Menschen selbst überlassen, Pelz zu tragen oder nicht. Schließlich muss er allein seine Handlungen mit seinem Gewissen vereinbaren. Weder die Industrie, noch Modetrends,  noch Mitmenschen sind in der Position, seinem Gegenüber vorzuschreiben, was sie tragen sollten und was nicht.

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1 Kommentar

  1. Franziska sagt:

    Ein ewiges Streithema. Wir sagen ja zu Pelzen. wer einmal einen getragen hat, weiß die Vorteile von echten Pelz zu schätzen.

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