Generation: Supermodels

Foto: Flickr/stilettobootlover_83

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Sie beherrschen die Laufstege von New York bis Paris, zieren die Cover der bekanntesten Magazine und sind umgeben von Schönheit, Superstars und ihren Sternchen. Sie bringen Glanz und Glamour und haben eine Macht und Power die sich ganz allein durch ihren Look definieren lässt. Das ist die Welt der Supermodels.
Seit den 70ern sind sie ein fester Bestandteil der Popkultur und Abbild eines Zeitgeists. Die ersten Pioniere waren dabei Twiggy und Gia in den 60er und 70er Jahren. Androgyn, starr kreierten sie durch ihr Aussehen ein ganzes Frauenbild. welche die 70er und 60er dominierten und mit ihrem Look ein ganzes Frauenbild schufen.

Die Ära der Powerfrauen
Aber erst in den 80ern stiegen sie zum ersten Mal auf: die Supermodels, Zwischen Madonna, Samt und Budapestern erschufen sie das Bild der perfekten Frau. Sportlich, groß und mit langen Haaren strahlten sie eine so gesunde Schönheit aus, dass es fast unwirklich war. Die Namen Naomi Campbell, Linda Evangelista oder Christy Turlington sind heute noch in aller Munde und wurden erst vor kurzem wieder mit einem Cover dem Us-amerikanischen Interview Magazin geadelt.
Diese Frauen traten aus dem Schatten eines reinen Anziehpüppchen und einer Präsentationsfläche für Mode hervor und wurden zu Persönlichkeiten zu denen schließlich eine ganze Frauengeneration aufblickte. Die Designer rissen sich um sie. Auf den Covern der Magazine ersetzten sie jetzt die Filmstars und Musiker, traten in Talk-Shows auf, wurden von Papparazzi belagert, warfen Fitness Videos und Cd’s auf den Markt. Ganze Kompanien waren gewillt ihre Werbekampagnen um diese Frauen aufzubauen, es gab sie als Barbiepuppen in Miniaturformat zu kaufen, sie brachten eigene Parfums und Modelinien auf den Markt. Kurzum:  Die Models wurden selbst zu einer Marke und führten damit die Listen des Forbes Magazins der bestverdienensten Frauen an. Linda Evangelista erzählte dem VOGUE Magazin eines Tages ein wenig vorlaut: „Für unter 10.000 Dollar am Tag wachen wir nicht auf.“Und bestätigte damit was schon lange klar war: Aus Supermodels waren Superstars geworden.
Die 90er waren der definierende Moment für Models, die Mode und Popkultur. Eine Zeit in der Macht, Schönheit und Einfluss von Models einen solchen Eindruck erzielten, dass sich das Wort  Supermodel sich in die Medien zementierte als Sinnbild für eine Frau die astronomische Geldsummen innerhalb eines Tages erzielen konnte, nur aufgrund ihrer Schönheit.Doch dann kamen die sogenannten Nullerjahre und ganz plötzlich wurde es still. Ellen Macpherson bekam ihr erstes Kind, Karen Mulder heiratete und die Welt befand sich im Wandel. Mit dem Anklingen des neuen Jahrtausends war die Mode plötzlich nicht mehr glamourös, prunkvoll und perfekt sondern einfach, schlicht und zurückhaltend. Erst kam der Grundge und schließlich der Street Style. Die Modedesigner wollten auf einmal keine Frauen mehr, die ihre eigenen Kollektionen mit ihre Schönheit überstrahlten und aus der Masse hervorstachen, sondern unscheinbare, junge Mädchen. Models keine Supermodels. Und als Anna Wintour schließlich anstelle eines Models, Madonna auf das Cover des wohl wichtigsten Modemagazins der Welt der VOGUE holte, war das ein schon symbolisches Ende einer Ära.

Generation: Kate Moss
Die alten Supermodels hielten sich jetzt mit Sendungen wie Americas next Topmodel über Wasser, wurden zu Moderatorinnen oder versuchten sich als Schauspielerinnen. In den kommenden Jahren wurde es  immer stiller um die ehemals so gehypte und gelobte Modelszene. Fast wäre sie in Vergessenheit geraten wäre da 1990 nicht plötzlich ein blutjunges Mädchen auf dem Cover des Face Magazins aufgetaucht. Mit Sommersprossen, ungeschminkt und mit ungekämmten Haaren lacht sie unschuldig in die Kamera. Sie war nicht älter als 14 Jahre alt und gerade einmal 1, 70 m groß. Sie hatte weder 90-60-90 Maße, noch endlos Beine noch das perfekte Gesicht. Ihr Name: Kate Moss. Sie wurde es schließlich die den neuen Zeitgeist ihrer Generation und der neuen Riege von Models vertrat.In einer Welt aus Perfektion, scheint sich die Modewelt seitdem auf Frauen eingeschworen zu haben, die nicht mehr die typischen konventionellen Schönheiten repräsentieren. Man will jetzt Mädchen die außergewöhnlich sind, nicht zwingend schön aber zwingend außergewöhnlich.
In den vergangenen Jahren brachte das Mädchen wie die androgyne Agyness Deyn, die außerirdisch schöne Lily Cole oder aber Mädchen mit Zahnlücken wie Lara Stone und Lindsey Wixon hervor.
Diese neue Generation an Models trennt Welten von den Laufsteg-Ikonen der 90er Jahre. Und dabei ist ihr Modelleben vor allem sehr viel kürzer als das einer Claudia Schiffer, Tyra Banks oder Cindy Crawford.  Denn jede Saison fordert die Modewelt neue, noch individuellere Gesichter, mit noch mehr Ecken und noch mehr Kanten. Immer weniger geht es dabei um die Schönheit und immer mehr um Coolness. Und auch die Medien sprechen heute über die Models mit einer ganz seltsamen Art an Bewunderung, schnell werden ihre Einzigartigkeiten hervorgehoben, bevor sie wieder endgültig in der Versenkung verschwinden. Es dauert keine zwei Jahre und niemand kann sich mehr an sie erinnern, sie sind ersetzbar, gegenstandslos. Heute werden Mädchen ebenso schnell gehypt wie sie auch wieder fallen gelassen werden.Die goldene Ära der Supermodels scheint vorbei zu sein, dennoch ihr Einfluss auf die Karriere vieler nachfolgenden Models und auch auf die Modewelt wird  auch in den nächsten Jahrzehnten ungebrochen sein.

 

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