Doppeltes Comeback

Sie war die größte Konkurrenz von Coco Chanel. Er die Verkörperung der 80er-Jahre Mode und Hollywood. Beide Namen sind unersetzlich in der Modewelt. Die Rede ist von der Modekünstlerin Elsa Schiaparelli und dem Modedesigner Christian Lacroix. Und beide verbindet seit Juli diesen Jahres vor allem eines: das Parsier Museé des Art décoratifs. Denn hier zeigte der französische Designer im Zuge der Pariser Haute Couture Wochen mit 19 Entwürfen seine Hommage an die opulenten und unvergessenen Looks von Schiaparelli.

Legenden unter sich
Elsa Schiaparelli war der Inbegriff der Mode- und Kunstszene in den 20er und 30er Jahren. Sie zählte sowohl Jean Cocteau als auch Salvador Dali zu ihren engsten Freunden. Dabei war sie nicht nur Designerin im eigentlichen Sinn, sondern viel mehr eine Erfinderin und Pionierin. Sie erfand das legendäre Hummer-Kleid, machte Animal Prints salonfähig und entwarf ein so grelles Pink, das es bis heute nach ihr benannt ist.
Lacroix hingegen ist ein echter Meister seines Fachs. Seine Mode vereint gekonnt Altes mit Neuem, Verspieltes mit Strengem. Seine Kreationen strotzen nur so vor Dramatik und Glamour, aufgrund dessen seine Hauptinspiration Hollywood schnell auch zu seinem besten Kunden wurde.

Doppelte Rückkehr
Trotz seines Rufes als einer der letzten großen Couturies des 21. Jahrhunderts, war die Austellung Lacroix’s erster Auftritt seit langem in der Öffentlichkeit. Nach dem Aus seines Labels vor vier Jahren, hatte er sich zurückgezogen und widmete sich seitdem ganz seinen Opernausstattungen.
Und auch das totgeglaubte Haus Schiaparelli erwachte erst 2007 nachdem Diego Della Valle die Markenrechte erworben hatte, endlich neu im Salon des Parsier Museé des Art décoratifs.

Die hohe Kunst des Haute Couture
Der gleiche Salon in dem Lacroix übrigens auch die finale Kollektion seines Labels zeigte.
Jetzt stehen sie wieder hier: atemberaubende Kleider vom Großmeisters der Mode, gemixt mit der unvergleichlichen Exentrik Schiaparellis. Mit seinem Sinn für das theatralische war Lacroix die perfekte Wahl der außergewöhnlichen Modeikone ein gebürtiges Tribut zu zollen. Anstelle von Models trugen starre Mannequin-Puppen die pompösten Abendgarderoben, geraffte Seidenblusen und dramatische Haremshosen, angeordnet in einem Karussel ganz aus Spiegeln. Verliebt bis in das kleinste Detail lassen sich so die zarten Stickerein auf den Bustiers, die schimmernden Pailletten und kleine Federn auf den Kreationen perfekt von allen Seiten bewundern. Ein Anblick entrückt und zauberhaft, wie aus einem Märchenfilm entsprungen und ganz wie es sich für den Namen Elsa Schiaparelli gehört.

Einer der letzten großen Couturies: Christian Lacroix Foto: Flickr/Direction de la communication de la ville d'Arles

Einer der letzten großen Couturies: Christian Lacroix
Foto: Flickr/Direction de la communication de la ville d’Arles

Fortsetzung folgt
Zu schade das Lacroix’s Zusammenarbeit mit dem Haus sehr wahrscheinlich nur ein on-off Event bleibt und die gezeigten Kleidungsstücke unverkäuflich sind. Die Präsentation diente ausschließlich der Ehrung von Schiaparellis Einfluss auf die Modewelt bis heute. Aber Hoffnung bleibt: Momentan ist das Couture Haus wieder auf der Suche nach einem Full-Time Creative Director. Und ist diese Position erst besetzt, sollen endlich wieder jährlich zwei Haute Couture und zwei Prêt-à-couture Kollektionen unter dem Namen Schiaparelli präsentiert werden und damit auch zu erwerben sein.

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