Der It-Girl Effekt

Foto: Flickr/ The Guise Archives

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Wir lieben sie selten für ihre Schönheit, für ihr Talent oder ihre Intelligenz. Viel mehr lieben wir sie für das was sie darstellen: Weniger Mensch, als die perfekte Personifizierung einer Marke. Kim Kardashian gehört eindeutig dazu, ebenso wie Paris Hilton aber auch Alexa Chung.

Was genau sie eigentlich können, weiß niemand so Recht und trotzdem kennt sie jeder denn sie haben ein Talent, was alle haben wollen: sie sind einfach „es“(engl It) mit diesem gewissen kleinen Extra. Und entgegen der landläufigen Meinung sind die It-Girls keine Erfindung der letzten Jahre. Die Bezeichnung kam erstmals im Zusammenhang mit dem Stummfilm-Star Clara Bow auf. Die wurde nämlich weniger bekannt aufgrund ihres schauspielerischen Könnens als in der Rolle von Amerikas erstes echtes Sex-Symbol. Nachdem sie 1927 ihren Durchbruch mit dem Film „It“ hatte wurde sie die erste Frau die von den Medien den Titel „It-Girl“ verliehen bekam. Mit ihrer selbstbewussten emanzipierten Art wurde sie Vorreitern der sogenannten „Flapper Girls“ in den goldenen 20er Jahren. Eine ganze Frauengeneration orientierten sich an ihrem Vorbild trugen Männeranzüge, rauchten und setzten sich mit Sex-Appeal über die damaligen konservativen Regeln. Auf die vielgestellte Frage was ein It-Girl denn eigentlich ist und wo ihr Talent liegt, lässt sich also eigentlich ganz leicht antworten: Es sind Frauen, die es schaffen zum Spiegelbild des modernen Zeitgeist zu werden.

Und seitdem hat jede Generation ihr eigenes It-Girl geschaffen. In den 60er Jahren waren es vor allem Künstler wie Andy Warhol und das legendäre Studio 54 die It-Girls förderten. Die bekannteste von ihnen wurde Edie Sedgwick. Das hübsche Mädchen aus reichem Haus wurde von Andy Warhol entdeckt und tat seitdem nichts weiter als Muse zu sein und mit bekannten Leuten gesehen zu werden. Und dennoch wurde sie zu einer Ikone, dessen ihr tragischer und viel zu früher Tod sie nur noch legendärer werden lies. Mit dem Anbruch der 70er Jahre fand man die It-Girls dann schließlich im aufkeimenden Jet-set und als Ehefrauen von Rockstars wie Bianca Jagger.

Und in den 90er Jahren wurden es dann die Models und ihre Förderer die Modedesigner. So machte Yves Saint Laurent mit seinem legendären Smoking aus einem einfachen Mädchen aus Massachusettes zu dem It-Girl überhaupt.

Man muss It-Girls nicht mögen und viele der heutigen von ihnen bestechen leider nicht mehr durch besonderen Charme oder besondere Klasse. Seit dem Hype um Paris Hilton ist schwierig geworden für junge Frauen sich zwischen all den Sienna Miller-Kopien, Töchtern aus gutem Haus und selbsternannten Trendsettern zu einem echten It-Girl zu werden. Und es ist auch fraglich ob eine Kim Kardashian jemals die Unsterblichkeit einer Grace Kelly oder Audry Hepburn erlangt. Aber eines muss man ihnen allen lassen: Diese Frauen inszenieren sich jeden Tag auf ein Neues und schaffen es nur durch ihre Persönlichkeit die ganze Welt zu unterhalten und mitzuprägen.

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